Der Zeller See

Der Zeller See bildet eine markante, sanft geschwungene Bucht im südwestlichen Teil des Bodensees, dem Untersee.
Rund 11 Quadratkilometer Wasserfläche öffnen sich hier zwischen zwei charakteristischen Landschaftsformen: der langgestreckten Halbinsel Mettnau im Norden und der idyllischen Höri im Süden. Diese natürliche Rahmung verleiht dem See seine ruhige, fast intime Atmosphäre – ein Gegenpol zu den belebteren Bereichen des Obersees.
Im Westen schließt das Radolfzeller Aachried an, ein wertvolles Feuchtgebiet und bedeutender Lebensraum für zahlreiche Vogelarten. Es macht den Zeller See nicht nur landschaftlich reizvoll, sondern auch ökologisch besonders spannend. Der See trägt seinen Namen zu Recht: Die Stadt Radolfzell prägt das nördliche Ufer und bildet einen lebendigen Bezugspunkt inmitten der stillen Naturkulisse.
Im Südosten endet der Zeller See an einer gedachten Linie zwischen der Mettnau-Spitze und dem gegenüberliegenden Ufer der Höri. Hier liegt auch ein kleines Juwel: die winzige, unbewohnte Liebesinsel, nur 0,262 Hektar groß und etwa 200 Meter vor der Mettnau. Sie wirkt wie ein märchenhafter Akzent in der weiten Wasserfläche – ein Ort, der die Fantasie anregt und die besondere Stimmung des Untersees unterstreicht.
Mit einer maximalen Tiefe von 22 Metern gehört der Zeller See zu den flacheren Bereichen des Bodensees. Gerade im Sommer zieht er daher Wassersportler, Naturfreunde und Erholungssuchende an, die die sanften Ufer, die geschützten Naturräume und die weiten Blicke über den Untersee schätzen.
Die Kombination aus stiller Landschaft, ökologischer Vielfalt und harmonischer Weite verleiht dem Zeller See eine fast meditative Ausstrahlung. Er ist einer der charakteristischsten und zugleich friedvollsten Orte des Bodensees – ein See, der nicht laut beeindruckt, sondern leise berührt.
Bild: Hansueli Krapf, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons.