Stadtmuseum Lindau im Cavazzen

Standort

Deutschland
47° 32' 49.992" N, 9° 41' 11.328" E
DE
Stadtmuseum Lindau im Cavazzen

Das Stadtmuseum Lindau befindet sich im barocken Bürgerhaus Zum Cavazzen am Marktplatz der Insel Lindau im Bodensee. Das Gebäude wurde umfassend saniert und museal neu konzipiert.

Während der Sanierungsphase war die Sammlung stadtgeschichtlich bedeutender Exponate geschlossen; nach der Neugestaltung präsentiert sich das Museum nun mit einem modernen Ausstellungskonzept. Als städtische Einrichtung untersteht es – ebenso wie das Stadttheater – dem Kulturamt Lindau.

Das „Haus zum Cavazzen“ gilt als eines der schönsten barocken Bürgerhäuser am Bodensee. Es wurde 1729/30 von der Patrizierfamilie Seutter von Loetzen an der Stelle des früheren Wohnhauses des Geschlechts da Cavazzo errichtet. Der Schweizer Baumeister Jakob Grubenmann schuf einen repräsentativen Barockbau mit prachtvoll bemalter Fassade, eindrucksvollem Walmdach und kunstvollen Innenräumen. Rund 200 Jahre lang diente der Cavazzen als Wohnsitz der Familie Seutter von Loetzen, bevor das Gebäude über eine Stiftung in den Besitz der Stadt gelangte. Seit 1929 beherbergt es das Stadtmuseum Lindau.

Zentral auf der Lindauer Insel am Marktplatz gelegen, präsentiert sich das Museum heute als offenes Haus für alle. Das neue Konzept verbindet historische Architektur, moderne Vermittlung und wechselnde Sonderausstellungen. Ein Café im Innenhof lädt zum Verweilen ein und macht den Cavazzen zu einem lebendigen Treffpunkt für Einheimische und Gäste.

Die Ausstellungen erzählen die Geschichte Lindaus aus vielfältigen Perspektiven. Bereits im 15. Jahrhundert verband der „Lindauer Bote“ die Stadt mit Mailand; auch Johann Wolfgang von Goethe nutzte diesen Transportdienst auf seiner Rückreise aus Italien. Lindauer Patrizierfamilien waren europaweit vernetzt, Mitglieder des bayerischen Königshauses verbrachten hier ihre Sommerfrische, und seit 1951 treffen sich jährlich Nobelpreisträger auf der Insel. Lindau war und ist ein Ort internationaler Begegnungen.

Im Cavazzen werden diese Geschichten neu und anschaulich vermittelt. Das Gebäude selbst ist dabei ein zentrales Exponat: Die Sanierung brachte übertünchte Deckenmalereien, historische Vergoldungen und architektonische Details wieder zum Vorschein. Interaktive Stationen ermöglichen unterschiedliche Zugänge zur Stadtgeschichte und laden zu einer abwechslungsreichen Zeitreise durch die Jahrhunderte ein. Auch die erfolgreichen Kunstausstellungen zur klassischen Moderne, für die der Cavazzen überregional bekannt ist, kehren in das Haus zurück.

Der Cavazzen versteht sich heute als vielseitiger Kulturort. Neben den Ausstellungen bietet der Innenhof ein charmantes Café, und im historischen Kellergewölbe sind kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Feste geplant. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm soll Menschen zusammenbringen und den Cavazzen zu einem Ort des Austauschs machen – für Lindauerinnen und Lindauer ebenso wie für Besucherinnen und Besucher aus der Region und darüber hinaus.

Mit seinem mächtigen Walmdach, der kunstvollen Fassadenmalerei und der charakteristischen barocken Formensprache zählt der Cavazzen zu den markantesten Bauwerken der Inselstadt. Der Kunsthistoriker Georg Dehio bezeichnete ihn als „eines der schönsten barocken Bürgerhäuser der Bodenseeregion“. Der Name „Cavazzen“ geht vermutlich auf das lombardische Geschlecht de Kawatz zurück, das im 16. Jahrhundert auf diesem Grundstück ansässig war.

 

Bild: Gregorini Demetrio, PALAZZO DEL COMUNE- LINDAU - panoramio, CC BY-SA 3.0

Info: 

Stadtmuseum Lindau "Haus zum Cavazzen"
Marktplatz 6
D-88131 Lindau (Bodensee)
Tel.: +49 (0)8382 944073
Webseite: www.kultur-lindau.de
E-Mail:museum@kultur-lindau.de

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