Höri
Eine Halbinsel zum Genießen

Die Bodenseehalbinsel Höri liegt im westlichen Bodensee zwischen den Städten Radolfzell und Stein am Rhein im Untersee. Mit ihrer Spitze bei Horn zeigt sie hinüber zur Insel Reichenau und weiter zur Bodenseemetropole Konstanz.
Die Halbinsel umfasst rund 45 km² und erstreckt sich entlang des nördlichen Ufers des Rheinsees sowie des südlichen Ufers des Zeller Sees. Zu ihr gehören die Gemeinden Gaienhofen, Moos und Öhningen, die gemeinsam den Gemeindeverwaltungsverband Höri bilden. Auch der zu Singen (Hohentwiel) gehörende Ortsteil Bohlingen wird zur Höri gezählt und gilt als „Tor zur Höri“.
Die Höri ist geprägt vom Schienerberg, der bis auf 708 m ü. M. ansteigt und mit seinen ausgedehnten Wäldern, Streuobstwiesen, Gemüsefeldern, schilfbewachsenen Uferstreifen und Pappelalleen eine Landschaft formt, die sich ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat. Große Teile stehen unter Natur- oder Landschaftsschutz, was die Halbinsel zu einem idealen Ort für Radfahren, Wandern, Spazieren, Wassersport oder einfach zum Ausruhen und Energie tanken macht. Die abwechslungsreiche Natur mit ihren flachen Uferzonen, bunten Wäldern und gepflegten Feldern bietet Lebensraum für seltene Vogel- und Pflanzenarten und ist ein Paradies für Naturliebhaber.
Die Höri ist aber nicht nur Naturraum, sondern seit über einem Jahrhundert auch eine Künstlerlandschaft. Nachdem sich Hermann Hesse 1904 in Gaienhofen niedergelassen hatte, wurde die Halbinsel ab 1933 zum Zufluchtsort zahlreicher Künstler und Literaten wie Otto Dix, Helmuth Macke, Erich Heckel, Ludwig Finckh und vieler anderer. Die besondere Mischung aus See, Wald, Gärten und Licht zog sie in ihren Bann.
Heute erinnern das Hermann-Hesse-Höri-Museum, das Mia‑ und Hermann‑Hesse‑Haus sowie das Haus Dix an diese bedeutenden Persönlichkeiten. Die Hermann‑Hesse‑Tage vom 10. bis 12. Oktober würdigen das kulturelle Erbe der Region. Wer selbst kreativ werden möchte, findet in der fabrik am see oder im Atelier Heidi Reubelt inspirierende Malkurse.
Kulinarisch ist die Höri ebenfalls ein besonderer Ort. Berühmt ist die Höri‑Bülle, eine rote Zwiebel mit geschützter Herkunftsbezeichnung, die nur im milden Klima der Halbinsel gedeiht. Mild, aromatisch und mit charakteristischer Form ist sie ein kulinarischer Botschafter Baden‑Württembergs. Das jährliche Bülle‑Fest am ersten Oktobersonntag zieht Genießer weit über die Region hinaus an. Zahlreiche Landgasthöfe und Restaurants der Höri servieren regionale Spezialitäten und erlesene Bodenseeweine – ein Genuss, der perfekt zu einer Tour durch die Landschaft passt.
Ein modernes Highlight ist das Erlebniszentrum in Gaienhofen, eine der schönsten Tourist‑Informationen am Bodensee. Die Gestaltung in verschiedenen Blautönen symbolisiert die Wassertiefen des Sees und lädt zu einem Rundgang über die Höri und den Untersee ein – mit Gaienhofen im Mittelpunkt. Besucher erhalten hier einen lebendigen Eindruck von Natur, Kultur und Geschichte der Halbinsel.
Die Höri vereint Natur, Kultur, Kulinarik und Lebensgefühl auf einzigartige Weise. Die Mischung aus ursprünglicher Landschaft, künstlerischem Erbe, regionaler Küche und herzlicher Gastfreundschaft macht sie zu einem Ort, der seit Generationen Menschen inspiriert – und der bis heute nichts von seiner besonderen Anziehungskraft verloren hat.
Bildnachweis: Achim Mende.